Helikopter in den Social Media und ihre Wahrnehmung

Höhenflug oder Absturz  – Wie wird die Helikopterfliegerei in den Social Media dargestellt und wahrgenommen?

Ein vertrautes Geräusch, der Blick in den Himmel, die Situation ist schnell klar, ein Helikopter überfliegt gerade die nahe Umgebung. Manchen Betrachtern geht dabei das Herz auf, ein dynamisch fliegender Heli weckt Begehrlichkeiten und drückt Leidenschaft und Passion aus. Für manche ist es ein Hobby, andere, verdienen sich als Helikopterpilot den Lebensunterhalt. Die Helikopterfliegerei erfordert ein hohes Mass an Verantwortung, ist ein wichtiger Bestandteil im Luftverkehr und bietet viele Vorteile im Transportwesen. Nicht zu vergessen, dank schneller Hubschraubereinsätze werden Menschenleben gerettet. Auf der anderen Seite, Hubschrauber sind nicht überall gerne gesehen, die kritischen Meinungen sind ebenso eindeutig, es heisst: sie sind laut und belästigen Mensch und Tier, belasten die Umwelt, sind unsicher und gefährlich, teuer und nur Luxus für Reiche.

 

Es ist schwierig, zwischen pro und kontra einen Konsens zu finden und sich auf einer sachlichen Ebene zu verständigen. Treffende Argumente finden sich auf beiden Seiten aber schnell geraten die Fronten aneinander, insbesondere im Bereich Social Media. Liest man Kommentare und Meinungen, dann wird klar, wie emotional die Reaktionen einiger Forennutzer ausfallen und die Stimmung hochkocht. Folgende Beispiele sollen das Thema verdeutlichen:

 

Beispiel 1 – Hier hilft der Helikopter bei einer guten Tat

Eine ältere Frau mit einer bewegenden Lebensgeschichte möchte sich noch einmal einen grossen Wunsch erfüllen und die alte Heimat besuchen, die sie als sogenanntes Verdingkind stark geprägt hat. Sie kann sich nicht mehr gut bewegen und ist im Alltag auf einen Rollstuhl angewiesen. Ein Helikopterrundflug hilft ihr dabei diese Beeinträchtigung zu überwinden. In der Luft erlebt die betagte Dame noch einmal eine ganz besondere Perspektive, nicht nur auf die Landschaft, sondern auch auf ihr Leben.

 

Hier die Frage: Ein Traum geht in Erfüllung, wer möchte dieser Frau die Erfüllung dieses Herzenswunsches neiden?   

Beispiel 2 – Hier ist das Helikopterwesen Teil einer eher unerwünschten Entwicklung

Bestimmte Orte in den Alpen sind hauptsächlich wegen des Wintersports und dem mondänen Lifestyle bekannt. Auch im Sommer lockt das beeindruckende Bergpanorama viele Touristen und Sportler an. Nun soll ein besonderer Service das Erlebnisangebot erweitern und die Wirtschaft ankurbeln. Ähnlich wie im Winter das Heli-Skiing, sollen künftig Mountainbiker samt Velo per Helikopter zu den Bergpisten transportiert werden. Die Nachfrage nach solch einem entspannten Aufstieg scheint vorhanden, die Anbieter solcher Transportflüge könnten damit den Bedarf decken und auch im Sommer wichtige Umsätze erzielen. Das hilft nicht nur den einzelnen Unternehmen, sondern kommt auch der Region und den Menschen, die dort leben zu Gute.

 

Auch hier die Frage: Ist dieser Ausbau des Tourismus vertretbar? Richten Freizeitsportler nicht ohnehin schon genug Umweltschäden an?

Über Social Media, Stimmung für oder gegen etwas erzeugen?

In beiden Fällen sind die Reaktionen nach der Berichterstattung in den Sozialen Netzwerken wie Facebook enorm. Erzielt die zuerst genannte Geschichte durchweg positive Reaktionen, kehrt sich das Kommentarverhalten der LeserInnen im Beispiel 2 ins Negative um. Die Kommentatoren lassen sich über die scheinbare Umweltverschmutzung und das Radsportkonzept via Helikopter vornehmlich kritisch, grenzwertig bis herablassend aus.

 

Im Fall der alten Frau mit ihrem Herzenswunsch fungiert der Helikopter als der entscheidende Faktor, einen Traum zu realisieren. Im gänzlich anderen Fokus steht der Hubschrauber als Transportmittel, wenn es um Lifestyle und um Sport geht. Hier trägt der Heli dazu bei, bei vielen Menschen eine negative Stimmung zu verstärken, hier stellt sich bei den Gegnern eher die Frage, muss so eine Entwicklung wirklich sein? 

 

Alles eine Frage der eigenen Wahrnehmung und der Meinungsmache?

Wie man etwas wahrnimmt oder wie etwas bei einem wirkt, das hat viel mit den eigenen Idealen und Moralvorstellungen zu tun. Das hilft dabei, sich zu orientieren und durch das Leben zu gehen. Wiederum Negatives oder Gegensätzliches hält uns von unseren Vorhaben ab, es macht uns Angst oder wirkt befremdlich. Dementsprechend fällt dann auch die Reaktion auf Dinge aus, die uns in unserem Handeln oder unserer Ansichten tangieren und beeinflussen könnten, und dazu zählen auch Facebook-Kommentare.

 

Das hat Folgen, nur für wen?

Die Reaktionen der Menschen sind in beiden Fällen nachvollziehbar. Nur, wer sieht dies differenziert und im jeweiligen Kontext, wo liegen hier die Zusammenhänge? Die Schnelligkeit und die damit verbundene kurze Aufmerksamkeitsspanne zählen zum Leidwesen der Onlinemedien. Soziale Netzwerke geben einem die Möglichkeit sich zu äussern, verleihen einem eine Stimme, leider auch für unreflektierte, subjektive Darstellungen und für den Missbrauch. Leittragende solch einer Meinungsmache sind andere Interessierte, für die eine objektive Informationsaufnahme kaum möglich ist und sich eher vom Thema abwenden, als Mehrwert zu erhalten.

 

Die Administrative

Für die Unternehmen, die am Tourismus beteiligt sind, hat das natürlich ebenso wenig erfreuliche Folgen. Das Bild, das schnell durch ungerechtfertigte oder unbelegte Meinungen entsteht, ist kein Gutes. Keiner wünscht sich eine Regulierung, weder durch den Staat oder durch eine Algorithmen getriebene Willkür der Sozialen Netzwerke. Wünschenswert wäre mehr Gelassenheit für sachliche Diskussionen, ohne verbale Tiefschläge, Behauptungen und Anfeindungen, egal in welche Richtung. Schon ein wenig mehr Nachdenken vor dem Verfassen eines Kommentars hilft dabei, die eigene digitale Empathie zu entwickeln. Wofür? In erster Linie für einen respektvollen Umgang Miteinander.

 

Deine Meinung

Was ist deine Meinung dazu, wie siehst du das? Hinterlasse einen Kommentar, kritische Stimmen sind durchaus erwünscht aber eben, bitte sachlich bleiben.

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Kommentare: 4
  • #1

    René L. (Freitag, 10 August 2018 11:07)

    Wie wahr, wie wahr. So oft sehe auch ich diese negativen Reaktionen auf positiv gemachte Einträge z.B. bei Facebook. Insbesondere dann, wenn ein Eintrag von grossen Firmen kommt, wie z.B. Migros. Da meint dann gleich jeder, der frustriert ist, dass er seine schlechte Laune hier auslassen muss. Damit schüren sie nicht nur ihren eigenen Frust, sondern ziehen auch andere mit in die Tiefe. Wäre es nicht viel schöner, mit Positivem die gute Laune von sich und anderen zu fördern.
    Ich finde diesen Blog eine gute Grundlage, um sich darüber vertieft Gedanken zu machen. Vielleicht bei einem nächsten Eintrag daran zu denken und einmal nicht nur subjektiv sondern objektiv über ein Thema zu diskutieren. Nur mit konstruktiver Kritik können auch Änderungen hervorgerufen werden, alles Andere führt zu Frust und Streit.

  • #2

    Arno K. (Freitag, 10 August 2018 11:37)

    Das ganze Thema kann man gut finden oder auch nicht, da hat jeder seine Meinung. Nur, wenn ich etwas kritisiere, sollte ich mich auch selbst prüfen wie das mit dem eigenen Verhalten aussieht. Klar finde ich es nicht super toll, dass die Natur zusätzlich belastet wird, die Biker die Gegend unsicher machen oder der Heli mega Treibstoff verbraucht. Nur, ich selbst fahre täglich weite Strecken mit dem Auto und es könnte deutlich weniger sein und umweltschonend ist das auch nicht. Dementsprechend kann ich mich nicht wirklich aufregen ohne dabei mich selbst zu hinterfragen. Ist halt immer einfacher mit dem ausgestreckten Finger auf andere zu zeigen als bei sich selbst anzufangen. :)

  • #3

    Markus Isenmann (Freitag, 10 August 2018 13:01)

    Letztes Wochenende habe ich die Zerstörung auf dem Oneralppass beobachtet. Dort wird gerade das Gebiet der Fellilücke zerstört. Das tut meiner Bergseele weh! Grund: Die Wirtschaftlichkeit der zwei Skigebiete von Andermatt und Sedrun. Wir müssen uns schon selbstkritisch überlegen, wie viel Natur wir opfern für Freiheit und Wohnstand.
    Wir haben in den Alpen tausende Kilometer Skiabfahrten und Biketrails. Dazu stehen sehr, sehr viele Bahnen in den Bergen. Nun kommen Shuttlefahrten und Heliflüge dazu. Für mich zu viel! Wir sollten auch einmal genug bekommen. Immer muss es mehr und mehr sein. Den Luxus der Einfachheit geniessen, anstelle von Mororenlärm. Action gibts auch mit weniger technischer Hilfe.

  • #4

    Caroline S. (Samstag, 11 August 2018 10:45)

    Ein Blogg Eintrag, der zum Nachdenken, statt einfach nur losbabbeln anregt.
    „Erst denken, dann sprechen“-Gott sei Dank wurde mir das noch beigebracht in meiner Kindheit.
    Es wird immer zwei Seiten der Betrachtung geben. Lassen wir beide Meinungen gewähren.

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